z


Infothek

Zurück zur Übersicht
Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 02.06.2020

Kosten zur Bekämpfung von Marderbefall in einem Haus keine außergewöhnliche Belastung

Aufwendungen, mit denen dem möglichen Eintritt von Schäden vorgebeugt werden soll – wie etwa Kosten für Maßnahmen, mit denen das Eindringen von Mardern in Wohngebäude und ihre Einnistung verhindert werden soll – sind keine außergewöhnlichen Belastungen. Die Kosten für die Beseitigung von Mardertoiletten in einem Wohngebäude sind keine außergewöhnliche Belastung, wenn es über Jahre von Mardern aufgesucht wurde und infolge dessen konkrete Gesundheitsgefahren oder unzumutbare Gerüche auftreten. Soweit der Steuerpflichtige nicht nachweisen kann, dass dies nicht erkennbar war oder es keine wirksamen Gegenmaßnahmen gab, ist davon auszugehen, dass es sich bei den später anfallenden Kosten um Folgen seiner freien Willensentschließung handelt. So entschied das Finanzgericht Hamburg (Az. 3 K 28/19).

Erstmalig hatten die Kläger im April 2004 ein Unternehmen mit dem Vertreiben und Aussperren von Steinmardern an ihrem Haus beauftragt. Nachdem die Kläger in der Folgezeit vergeblich selbst versucht hatten, den Marder mit verschiedenen Methoden zu vertreiben, ließen sie im Juni 2010 durch C vier Dachpfannen austauschen, ein an den Veluxfenstern entdecktes Loch verschließen und erneut Vergrämungsmittel ausbringen. Im Jahr 2015 beauftragten die Kläger, die das Haus durchgängig bewohnten, ein Unternehmen mit der Dachsanierung. Dieses baute schwerere, von einem Marder nicht mehr zu hebende Dachziegel und als zusätzlichen Schutz diffusionsoffene Wand- und Dachplatten unterhalb der Lattung ein. Die Kläger machten die Kosten in ihrer Steuererklärung für die Einkommensteuer 2015 als außergewöhnliche Belastung geltend.

Das Gericht entschied, dass die geltend gemachten Kosten für die Dachsanierung nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden können. Einen Nachweis, dass im Streitjahr hinreichend konkrete Gesundheitsgefährdungen oder eine objektiv unzumutbare Geruchsbelästigung tatsächlich eingetreten war, hätten die Kläger nicht vorgelegt. Selbst wenn zugunsten der Kläger das Bestehen konkreter Gesundheitsgefährdungen oder objektiv unzumutbarer Geruchsbelästigung unterstellt würde, wären die streitigen Aufwendungen möglicherweise nicht ungewöhnlich, jedenfalls aber nicht zwangsläufig durch sie verursacht gewesen. Es hätten alternative Handlungsmöglichkeiten bestanden. Die Dachdeckung hätte schon ab dem Jahr 2004 so geändert werden können, dass Marder sicher ausgeschlossen worden wären. Diese Maßnahme wäre auch erfolgreich gewesen, wenn sie vor der Eskalation der Belastungssituation vorgenommen worden wäre.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.